Der Onkel (Figur)

Straßenszene in Manhattan, ungefähr 1910 https://www.pinterest.com/pin/344947652687830908/

In dem Roman Der Verschollene heißt der Onkel Edward Jakob (S. 27). Er ist ein Senator, der in New York wohnt. Er ist ein ziemlich reicher Geschäftsmann. Ihn sieht man in dem ersten Kapitel im Büro auf dem Schiff mit den anderen hochgestellten Männern (S. 16). Damals war sein Name noch nicht gekannt, er war einfach ein Mann mit einem dünnen Bambusstöckchen (S. 16).  Er hat sich für Karl interessiert, der den Onkel noch nicht gekannt hat. Nach einem kurzen Gespräch, in dem sie sich vorgestellt haben, haben sie ihr Verhältnis erkannt. Danach hat der Onkel den Passagieren erklärt, was mit ihm und seinem neulich gefundenen Neffen passiert ist. Der Onkel hat Karl zu seiner Wohnung mitgebracht. Da hat er Karl geraten, wie ein Europäer in Amerika seiner Meinung nach wohnen solle. Er wollte, dass Karl studiert. Schließlich wurde die Beziehung zwischen ihnen abgebrochen.

 

Beziehungen mit seinen Verwandten

Weil die Beziehungen des Onkels ziemlich schlecht sind, kann man ihn auf dieser Grundlage charakterisieren. Man kann sagen, dass seine Beziehungen schlecht sind, weil er ein alles beherrschender Mann ist.

Die Eltern: Der Onkel hat von Johanna Brummers Brief herausgefunden, weshalb Karl nicht mehr in Europa war. Als er auf dem Schiff Karls Skandal erklärt hat, hat er Karls Eltern beschuldigt. Er hat beschrieben, wie Karl “beiseitegeschafft worden ist, wie man eine Katze vor die Tür wirft, wenn sie ärgert” (S. 29). Erstens ist es schrecklich, wie er eine Katze behandeln würde. Zweitens hat er öffentlich seine Meinung über Karls Eltern geäußert, und dadurch hat er die Perspektive des Skandals kontrolliert. In einem späteren Brief an Karl hat er seine Meinung geäußert. Er hat geschrieben: “Von Deiner Familie, Karl, kommt nichts Gutes” (S. 86).

Karl: Karls Skandal mit Johanna war ein Geheimnis. Niemand außerhalb Europas hat die Situation gekannt. Gegen Karls Willen hat der Onkel die Geschichte enthüllt. Und indem er der Erzähler von Karls Skandal wurde, verzerrt er den Skandal durch seine Perspektive darauf. Seine Beziehung zu Karl hat er später abgebrochen, weil Karl mit Herrn Pollunder gegen den Willen des Onkels weggefahren ist. In seiner Beziehung mit Karl findet man, dass der Onkel ein beherrschender Mann ist. Er denkt nicht an Karls Gedanken. Wenn er Pläne für Karl gemacht hat, war es ihm egal, wie Karl sich darüber gefühlt hat.

 

Ideen von New York

Der Onkel repräsentiert zwei große Ideen von New York: Beschäftigsein, und Status.

Beschäftigtsein: Beschäftigsein ist ein historisch berühmtes Teil der Stadt. Wenn man an New York denkt, denkt man daran, dass die Stadt beschäftigt ist. Und der Onkel glaubt an diese Idee. Als Karl in New York angekommen ist, hat der Onkel ihm keine Zeit gegeben, sich zu entspannen. Der Onkel hat ihm erklärt, wie die Neuankömmlinge die ersten Tage verbringen. “Er selbst habe Neuankömmlinge gekannt, die z. B. statt nach diesen guten Grundsätzen sich zu verhalten, tagelang auf ihrem Balkon gestanden und wie verlorene Schafe auf die Straße heruntergesehen hätten” (S. 40). Er wollte, dass Karl nicht bequem wäre. Er wollte, dass Karl beschäftigt war, damit er Hochstatus erreichen konnte.

Status: Status ist auch ein großes Teil der Stadt. Das ist wichtig, weil es viele Leute gibt, und man will natürlich in einer hohen Klasse sein. Der Onkel repräsentiert einen hochgestellten Mann. Und ein wichtiger Teil von Status ist mit wem man assoziiert. Am Anfang des Romans war der Onkel in einem Raum mit anderen hochgestellten Männern. Er assoziiert mit Geschäftsmännern in New York, nämlich Herrn Pollunder und Herrn Green, der ein Bankier ist. Mit Hochstatus kommt Wichtigkeit und Einfluss. Auf dem Schiff hat nur er gesprochen. Die Leute auf dem Schiff haben dem Onkel ihre Achtung gegeben. Der Kapitän hat gesagt: “‘Ich bin glücklich,… Ihren Neffen, Herr Senator, kennengelernt zu haben” (S. 32). Er sagt nicht zu Karl, dass er glücklich ist. Sondern er spricht zu dem Onkel wie ein Untertan zu einem König. Und der Onkel benimmt sich auch wie ein König. Ihm geht alles gut, wenn es nach seinem Willen ist. Aber es gibt Probleme, wenn irgendwas gegen seinen Willen gemacht wird.

 

Zitiert

  • Kafka, Franz. Der Verschollene RECLAMS-UNIVERSAL-BIBLIOTHEK, 2015

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